Lebenskreis III – Permakultur

Hege und Pflege von Natur & Lebensraum

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Leitung: Alander Baltosée

Die erste Aufgabe des Lebenskreises Permakultur ist die Landsuche und die genaue Begutachtung des Platzes nach mehreren Kriterien wie beispielsweise: Fruchtbarkeit der Böden, Wasser- und Lichtverhältnisse sowie weitere.

Permakultur ist Hege & Pflege für Natur und Menschen. Sie befähigt Menschen, in ihrem Umfeld und darüber hinaus am notwendigen Wandel hin zu einer enkeltauglichen Welt mitzuwirken. Darüberhinaus begreift sich die Permakultur als Kunst in Kooperation mit der Natur und widmet sich der künstlerischen Gestaltung der Landschaft, als auch der inhaltlichen und atmosphärischen Gestaltung des Solidarischen Dorfes. Das geschieht durch alle Gattungen der Kunst (wie Musik, Theater, Kunsthandwerk, Zirkus, Malerei, etc) und außergewöhnliche kulturelle Veranstaltungen. Ästhetik und Gartenarchitektur sind zentrale Kriterien.

Im Lebenskreis Permakultur verbinden sich Menschen, die sich der ökologischen Gestaltung und Nutzung der Naturflächen annehmen. In erster Linie ist das eine permakulturelle Landwirtschaft mit dem Fokus auf humusbildende Maßnahmen. Humusreiche Böden ermöglichen höhere Erträge und fördern die Artenvielfalt in Flora und Fauna. Intakte Böden mit artenreichem Bewuchs machen den Einsatz von künstlichen, chemischen Wirkstoffen überflüssig und sorgen für eine ertragreiche und kraftvolle Pflanzenwelt. Das permakulturelle Wirken schafft Kleinbiotope aber gleichermaßen eine Vielfalt an Nahrungsmitteln.

Der Nahrungsmittelanbau der Permakultur findet auf gesunden Böden statt. Zur Herstellung von Humus wird die Landhege ein umfassendes Konzept zur Kompostierung von Biomasse aufbauen. Grünschnitt und natürliche Abfälle werden mittels Pyrolyse-Verfahren zu Pflanzenkohle umgewandelt, die mit Nährstoffen angereichert in die Böden eingebracht wird. Das erhöht die Kapazität der Erde, Feuchtigkeit zu speichern. Stroh- und Rindenmulch decken offene Flächen ab und schaffen dadurch optimalen Lebensraum humusbildender Kleinstlebewesen und Pilzkulturen. Zudem schützt das die Böden vor Austrocknung.

Im Sinne der Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln bauen Landheger Gemüse und Südfrüchte unabhängig von extremen Wettereinflüssen in technisch modernen Dome-Gewächshäusern an.

Auf den Äckern werden Mischkulturen und Fruchtfolgen angebaut, als auch Pflanzen, die sich zur Rohstoffgewinnung für dorfeigene und regionale Handwerksbetriebe eignen. Allen voran zu nennen ist der Kulturhanf, aus dem sich Textilien, Seile, Baumaterialien, Dämmstoffe, Papier, Kartonagen, aber auch Pflanzenöl und hochwertige biologische Düngemittel herstellen lassen.

Neben Ackerflächen werden Landflächen von der Landhege zu Waldgärten und Obstwiesen umgestaltet. Entlang von Wegen werden Bäume und Mischhecken aus unterschiedlichen Frucht-Gehölzen gepflanzt, deren Ernte in der dorfeigenen Früchterei zu Saft, Marmeladen und Trockenfrüchten verarbeitet wird.

Zusammenwirken von Mensch & Tier

Innerhalb permakultureller Landwirtschaft kooperieren wir auch mit Tieren und ermöglichen sogenannten Nutztieren eine artgerechte Lebensweise. Beispielsweise werden Schafe zur Vermeidung von Verbuschungen eingesetzt, geben Kühe, die auf artenreichen Weiden grasen, Milch, die zu Butter und Käse verarbeitet wird. Hühner liefern nicht nur Eier, sondern reichen mit ihren Dung die Böden mit Nährstoffen an. Gleiches gilt für den Dung von Kühen, Pferden und Eseln. Pferde und Esel lassen sich wiederum als Alternative in der Forstwirtschaft und bei der Bestellung von Land einsetzen. Außerdem lässt sich mit Reit- und Lastentieren ein Reiter- und Kutschenhof betreiben.

Die Permakultur bezieht in ihre gartenkünstlerische Gestaltung des Geländes des Solidarischen Dorfes die Schaffung unterschiedliche Biotope und Refugien ein. So entstehen Lebensräume und Entfaltungsmöglichkeiten für Insekten, Vögel und Wildtiere.


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